IPCop 1.4.9 auf IBM Netvista 2800 8364-Exxx und Fritz!Box Fon

Am Wochenende habe ich einen IPCop auf einem IBM Netvista ThinClient 2800 8364-Exxx (schematische Darstellung) in Betrieb genommen. Statt einer Festplatte kommt eine CF-Card zum Einsatz, was den Geräuschpegel minimiert. Was wichtig ist:

  • Die Netvista 8364-Sxxx-Geräte sind weitgehend baugleich mit der Exxx-Serie, bringen aber statt Onboard-Ethernet Token-Ring mit. Dennoch kann man bspw. die Infos aus dem S20-Wiki weitgehend auch auf die Exxx-Serie übertragen.
  • Für den Betrieb mit CF-Card benötigt man mindestens 64 MB RAM zusätzlich zu den bereits vorhandenen 64 MB. Der Netvista benötigt SDRAM DIMM 168-PIN. Zwei Steckplätze stehen zur Verfügung, maximal 256 MB funktionieren. Mit Low Profile Modulen, die etwas niedriger sind als normale RAM-Riegel, bleibt genug Platz für den Einbau einer 3,5-Zoll-Festplatte.
  • Netvistas kauft man meistens gebraucht und handelt sich dabei unter Umständen ein Gerät mit gesetztem BIOS-Paßwort ein. Wie man den Paßwort-Jumper positioniert, um das Paßwort zu löschen fand ich per Google heraus. Zuweilen zeigt sich das BIOS des Netvista störrisch (scheint abhängig von der BIOS-Version zu sein) und verlangt auch nach einem Paßwort-Reset hartnäckig nach einem Paßwort. Bei mir war das Default-Paßwort von IBM einzugeben, es lautet “IBMNCD”. Dieses Paßwort und weitere Infos zu den BIOS-Versionen stehen ebenfalls online.
  • Der Lüfter im Netvista ist ordentlich laut, vermutlich auch weil die Geräte ja schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Mit einem CPU-Gehäuse-Lüfter Verax 65KT bekommt man den Netvista fast ohne Bastelei richtig leise (fast unhörbar). Alten Lüfter abziehen, neuen draufstecken und beim Einschieben des Netvista in das Gehäuse dessen Wände leicht auseinanderziehen, da der Verax ca. 1mm übersteht. Schon ist Ruhe im Karton.
  • Blick in die IPCop-Doku kann nicht schaden. Dort findet man im Abschnitt über die Installation auf CF-Card auch einen Download-Link für ein fertiges CF-Image.
  • Nach der Installation ist eth0 auf eine Readylink RTL8139-Netzwerkkarte voreingestellt. In /var/ipcop/ethernet/settings trägt man für eth0 das Modul e100 ein und startet das Netzwerk neu.
  • Für eine Konfiguration Rot/Grün/Orange/Blau bietet der Netvista nicht genügend PCI-Slots. Man kann das Problem aber dennoch lösen. Entweder man schließt das DSL-Modem über einen USB-Netzwerkadapter, wobei IPCop-kompatible Adapter nicht leicht zu finden sind. Alternative Lösung: ich habe eine Fritz!Box Fon mit aktueller Firmware (.67) als DSL-Modem (kein Routerbetrieb, d.h. keine Zugangsdaten in der Fritz!Box!) per USB an den Netvista angeschlossen. Um dieses Modem im IPCop zu konfigurieren ändert man die Konfiguration auf “Grün und Rot” und bei der Netzwerkkarten-Zuordnung wird die Fritz!Box automatisch wie eine Netzwerkkarte erkannt. Anschließend kann man den Zugang per Weboberfläche konfigurieren, wobei als Schnittstelle “PPPoE” und bei den zusätzlichen Einstellungen “pppoe” (nicht “pppoe plugin”) auszuwählen ist. Dualport- oder Quattro-Netzwerkkarten scheinen übrigens nicht zu funktionieren.
  • Man sollte sich außerdem den Thread zum Thema “Minimieren der Schreibzugriffe auf CF-Card” ansehen, damit die Karte auch möglichst lange hält.
  • Randnotiz: ein eigener Forums-Beitrag geht der Frage nach, wie man einen Netvista via LAN bootet.

2 Reaktionen zu “IPCop 1.4.9 auf IBM Netvista 2800 8364-Exxx und Fritz!Box Fon”

  1. andy

    hi, das mit dem luefterwechsel wuerde mich ja interessieren … meiner ist auch “ziemlich” laut.
    muß ich das netzteil aufschrauben, um den luefter abzuklemmen/anzuschließen?

    tia
    andy

  2. Tim

    Nein, kein Aufschrauben. Man mußte etwas fummeln um den Stecker draufzustecken wenn ich mich richtig dran erinnere, aber Schrauben war nich.

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