Video-Website-Check: www.znex.de

Den Website-​​Check mache ich schon seit Jah­ren, im klei­nen Kreis oder vor gro­ßem Publi­kum. Jetzt gibt es ihn auch als Video. Den Start macht www​.znex​.de

Video-​​Transkript des Website-​​Checks

Hallo, ich heiße Tim Kauf­mann, bin Online-​​Marketing-​​Experte und wir neh­men uns jetzt zehn Minu­ten Zeit und schauen uns gemein­sam die Web­seite von www​.znex​.de an. Da ist sie auch schon.

Start­seite

Die Lade­zeit geht für mein Gefühl in Ord­nung. Der Blick fällt als ers­tes auf das dicke „Will­kom­men – Lerne unsere mobi­len Rei­se­be­glei­ter ken­nen“, das je nach Bild­hin­ter­grund schlecht les­bar ist. Das Logo, obwohl’s rich­tig posi­tio­niert ist, näm­lich links oben, geht dage­gen ziem­lich unter. auch gibt es da kei­nen Slo­gan oder ähn­li­ches, das uns das Thema der Seite ver­rät.

Gucken wir wei­ter nach unten stel­len wir fest, dass da die Bil­der ziem­lich zügig durch­wech­seln, was für ein biss­chen Unruhe sorgt, aber auch durch­aus so gewollt sein kann. Von der Bild­spra­che her gefällt mir das nicht so gut, weil wir sehen hier fast nur Bil­der von Rad­fah­rern oder Rädern vor Zel­ten. Die Pro­dukte von Znex eig­nen sich aber gene­rell für Leute die drau­ßen unter­wegs sind, also auch für Wan­de­rer und für andere Outdoor-​​Aktivitäten. Da ist Luft nach oben.

Wir haben dann im unte­ren Bereich diese vier Käst­chen, die wie der Rest des Inhalts ziem­lich am lin­ken Rand kle­ben und die müs­sen alle gele­sen wer­den, weil da so viel Text steht, dass ich das nicht mit einem Blick iden­ti­fi­zie­ren kann. Hier könn­ten Icons hel­fen.

Wenn man mit dem Maus­zei­ger auf ein sol­ches Käst­chen fährt, bezie­hungs­weise nur in des­sen Nähe kommt, dann ver­wan­delt es sich hier in ein sol­ches Over­lay. Das ist ein ziem­lich unru­hi­ger Effekt, zumal auch immer oben die Über­schrift mit wech­selt. Was mir an die­sen Über­schrif­ten nicht so gut gefällt ist: sie wer­fen mehr Fra­gen auf, als sie Ant­wor­ten geben.

Hier unten fällt dann noch auf, dass es die­ses Over­lay dop­pelt gibt (nach­träg­li­che Anmer­kung: es han­delt sich dabei um optisch kaum von­ein­an­der unter­scheid­bare Pro­dukt­va­ri­an­ten). Der Sinn dahin­ter erschließt sich mir ehr­lich gesagt nicht und ein vol­les schwar­zes Käst­chen macht mich jetzt auch nicht unbe­dingt viel neu­gie­ri­ger. Also hier könnte man ins­ge­samt noch eine ganze Menge ver­bes­sern.

Sehr gut gefällt mir, dass Znex hier unten auf einen Live-​​Chat setzt. Schick wäre, wenn hier auch immer schon stünde, ob die­ser gerade online ist. Man muss tat­säch­lich erst die­ses Ding hier öff­nen. Dann sieht man: „Wir sind gerade im Gespräch“ und dann hat man nur noch ein Kon­takt­for­mu­lar vor sich.

Noch ein biss­chen wei­ter unten stel­len wir fest, dass der Web­seite, obwohl sie ein Online Shop ist, alle Trust-​​Elemente abge­hen. Es gibt kein Trus­ted Shops, kein eKomi, kein EHI (nach­träg­li­che Anmer­kung: beach­tet dazu auch mei­nen Bei­trag über den Nut­zen von Online-​​Gütesiegeln). Es gibt keine Logos von Zah­lungs­mit­tel­an­bie­tern oder Ver­sand­sys­te­men, die hier ver­wen­det wer­den. Es gibt ein­fach nur Text. Das geht bes­ser. Außer­dem bedeckt hier unten die Chat-​​Box einen Teil des Fuß­be­reichs. Auch eine Post­an­schrift und eine Tele­fon­num­mer mit Fest­netz­vor­wahl, die eine räum­li­che Ein­ord­nung des Unter­neh­mens erlau­ben wür­den, feh­len. Das ist nicht so toll, weil bei­des würde das Ver­trauen von Besu­chern noch mal deut­lich erhö­hen, auch wenn der Effekt oft unter­be­wusst ist.

Hal­ten wir also fest: wir haben eine Start­seite mit eini­gem Ver­bes­se­rungs­po­ten­zial, ins­be­son­dere in der Blick­füh­rung. Aber es gelingt ihr doch, das Thema eini­ger­ma­ßen deut­lich zu machen.

Pro­dukt­seite

Schauen wir uns mal eine der Unter­sei­ten an. Dazu kli­cke ich hier auf den was­ser­dich­ten Akku, ganz ein­fach weil ich den selbst kürz­lich an mei­nem Moun­tain­bike befes­tigt habe. Mir macht das Gerät gro­ßen Spaß. Es ver­län­gert näm­lich die Lauf­zeit von mei­nem iPhone um das Fünf­fa­che, wenn ich es am Fahr­rad zum Navi­gie­ren benutze. Dadurch kann ich neue Wege ent­de­cken, mal andere Rou­ten ken­nen­ler­nen usw. Von dem Spaß kann ich hier auf der Seite aller­dings ziem­lich wenig wie­der­fin­den. Das liegt zum einen an dem ziem­lich sprö­den Pro­dukt­foto. Das liegt zum ande­ren aber auch daran, dass es hier drü­ben sehr text­las­tig zugeht. Man könnte das z.B. ver­bes­sern, in dem man den Preis her­vor­hebt, indem man die Kom­pa­ti­bi­li­täts­liste durch Icons der Gerä­te­klas­sen ersetzt und indem man mit mit einem „In den Warenkorb“-Knopf deut­lich macht, dass man das Pro­dukt hier auch kau­fen kann.

Den „In den Warenkorb-„-Knopf sieht man dann beim scrol­len. Dar­auf folgt dann eine – sorry – ziem­lich lange Liste von allen Mar­ke­ting­ma­te­ria­lien, die es jemals für die­ses Pro­dukt gege­ben hat. So scheint’s zumin­dest. Von einer struk­tu­rier­ten Argu­men­ta­tion warum ich das Pro­dukt kau­fen soll kann ich hier jeden­falls nichts erken­nen. Erst­mal gibt es wie­der eine Frage statt einer Ant­wort. Dann gibt es sehr sehr lange Zei­len, was die Les­bar­keit deut­lich min­dert. Dann ist hier von US-​​Militär Nor­men die Rede. Dann fol­gen Bil­der, die zwar wech­seln, die auf­grund ihrer Ähn­lich­keit aber wenig auf­schluss­reich sind.

Dann hat man es zwar geschafft, ganz tolle Refe­ren­zen zu sam­meln. Renom­mierte Fach­zeit­schrif­ten sind sich einig, dass der Notstrom-​​Akku super ist. Aber die Prä­sen­ta­tion die­ser Refe­ren­zen kommt dann doch sehr schmal­fü­ßig daher. Packt doch hier ein­fach mal die Icons von Com­pu­ter Bild, MTB-​​News etc. rein. Bringt die Schrift in eine les­bare Größe. Setzt das ganze viel­leicht ein­zeln auf die Bil­der, damit es mit ihnen durch­wech­selt, und dann wer­den die Refe­ren­zen auch wahr­ge­nom­men.

Dann kom­men hier die „12 Gründe für den Not­strom“. Eine schöne Idee, die aber durch den Inhalt kaputt geht. Die Kern­aus­sa­gen „Was­ser­dicht“, „5x iPhone 5 laden“ etc. wer­den durch Details wie „US-​​Standard MIL-​​STD-​​810G“ und „Hohe Kapa­zi­tät“ optisch ver­wäs­sert. Dadurch gehen die High­lights in Rau­schen unter. Ins­ge­samt hat das viel Ingenieurs-​​Charm und wenig von dem, was ich als Rad­fah­rer dann drau­ßen brau­che und von den Grün­den aus denen ich’s kau­fen würde. Die muss ich mir alle müh­sam her­aus­su­chen, weil sie nicht ins Auge fal­len.

Dann kommt ein Bereich, der mir sehr gut gefällt. Da hat Znex näm­lich visua­li­siert, wie viel wei­ter ich mit Not­strom im Ver­gleich zum rei­nen Smartphone-​​Akku komme. Natür­lich ein biss­chen über­trie­ben – wie bei Akku-​​Herstellern üblich – aber akzep­ta­bel. ich per­sön­lich bin kein gro­ßer Fan davon, Mar­ken­na­men in Tex­ten mit der Logo-​​Schriftart zu schrei­ben, weil das den Text unru­hig macht. Da kann man aber geteil­ter Mei­nung sein.

Es beginnt zu reg­nen – na und?“ – wie­der eine Frage, die man durch ein­fa­ches Umfor­mu­lie­ren attrak­ti­ver gestal­ten könnte. Dann kom­men Icons, die sich nur ansatz­weise selbst erklä­ren. Die Beschrif­tung ist eng­lisch. 40 Pro­zent der Deut­schen tun sich mit Eng­lisch schwer. Von daher ist das gar nicht not­wen­dig. Das schöne, wenn auch kleine Bild, zeigt deut­lich, dass der Akku was­ser­fest ist. Dann kommt wie­der eine „na und“-Frage und so geht das dann immer wei­ter.

Was neh­men wir von der Pro­dukt­seite mit? Das Pro­dukt ist super, aber das weiß ich nur, weil ich das Pro­dukt schon gekauft habe. Die Seite selbst macht wenig Lust dar­auf. Das wäre leicht änder­bar, denn es gibt tolle Refe­ren­zen und das ließe sich mit Hilfe eines Gra­fi­kers auch optisch anspre­chend prä­sen­tie­ren.

Waren­korb bezie­hungs­weise Check-​​Out

Schauen wir mal was pas­siert, wenn wir das Pro­dukt in den Waren­korb legen. Dazu kli­cke ich auf „In den Waren­korb“. Das funk­tio­niert alles so, wie man es erwar­tet. Was im Waren­korb als ers­tes auf­fällt: Die Über­schrift ist nicht so toll. Da sollte „Dein Waren­korb“ oder ähn­li­ches ste­hen. „Ver­sen­den“ kommt hier einen Schritt zu früh. Das sorgt für Ver­wir­rung bei weni­ger erfah­re­nen Besu­chern und für Kaufab­brü­che. Auch hier fällt stö­rend auf, dass für die Anzeige des Con­t­ents zu wenig Platz bleibt. Das liegt zum einen an der Menü­leiste, die man zumin­dest beim scrol­len ver­klei­nern könnte. Das Haupt­pro­blem liegt aber wei­ter unten. Dadurch, dass die Fuß­zeile fix steht und auch und auch das Ban­ner immer sicht­bar ist blei­ben vom Browser-​​Fenster nur noch ca. 60 Pro­zent für den Inhalt übrig. Dar­un­ter lei­det das Gesamt­er­geb­nis. Das sieht man zum Bei­spiel am abge­schnit­te­nen Gesamt­preis.

Die Preis­an­ga­ben sind auch gene­rell falsch geschrie­ben (Punkt statt Komma). Man merkt, dass hier mit güns­ti­gen Mit­teln und wahr­schein­lich irgend­ei­nem Shop-​​Plugin gear­bei­tet wurde, das nicht kom­plett ein­ge­deutscht ist. Ange­sichts des Pro­dukt­prei­ses würde ich mir da aber mehr Qua­li­tät wün­schen.

Blei­ben wir noch mal hier oben. Wo kann ich die für den Ver­sand erfor­der­li­chen Daten über­haupt ein­ge­ben? Erst beim scrol­len ent­de­cke ich die unten ver­steck­ten Fel­der. Die kann ich dann aus­fül­len und ab da geht’s ganz nor­mal wei­ter.

Fazit

Mei­nen Notstrom-​​Akku habe ich tat­säch­lich auf Ama­zon ent­deckt. Zu Znex bin ich nur gekom­men, weil ich spä­ter noch ein Kabel haben wollte, das es auf Ama­zon nicht gibt Bei mei­nem ers­ten Besuch hier wur­den sämt­li­che Preise in US-​​Dollar ange­zeigt, obwohl ich auf der deutsch­spra­chi­gen Web­site war. Das war natür­lich alles andere als gelun­gen.

Letzt­end­lich habe ich dann bestellt, nicht weil der Shop über­zeugt hätte, son­dern weil ich bereits wusste, dass das Pro­dukt etwas taugt und ich dar­auf gehofft habe dass trotz der dus­se­li­gen Web­site der Ver­sand des Kabels gut klap­pen würde. Ich bin nicht ent­täuscht wor­den. Das Kabel kam prompt und funk­tio­niert prima. Aber an der Web­site gibt es doch eine ganze Menge zu ver­bes­sern.

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